Über Missbrauch sprechen lernen | Vietnam

Shownotes

Nach einem Seminar über sichere Pubertät blieb die Sechstklässlerin Lilli und erzählte einer Mitarbeiterin ihre Geschichte: Als sie drei Jahre alt war, heirateten ihre Eltern, drei Jahre später ließen sie sich scheiden und Lilli lebte bei ihrem Vater und ihren Großeltern. In den ersten beiden Jahren dort wurde sie von einem benachbarten Verwandten wiederholt missbraucht. Sie traute sich nicht, es jemandem in ihrer Familie zu sagen, da sie von dem Täter bedroht wurde. Sie war so hoffnungslos, dass sie im Alter von neun Jahren einen Selbstmordversuch unternahm.

Ein großes Problem in der vietnamesischen Gesellschaft ist häusliche Gewalt. Leider gehört es für viele Frauen und Kinder zu ihrem ganz alltäglichen Leben dazu, von ihren Ehemännern beziehungsweise Vätern misshandelt zu werden. Dem möchte das Projekt „Frauen stärken – Familien heilen“ durch Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen in der Öffentlichkeit und in Schulen entgegenwirken. So wurden u. a. bei 39 Workshops an Grundschulen über 2.000 Kinder präventiv gegen Kindesmissbrauch geschult.

Lilli zog vor kurzem zu ihrer Mutter, hatte allerdings immer noch Angst, getötet zu werden, wenn sie jemandem erzählte, was ihr angetan wurde. Dennoch nahm sie den Mut auf, ihre Geschichte mit einem Berater zu teilen. In fünf Beratungsgesprächen erkannte sie, dass ihr Schlimmes angetan wurde und sie nicht schuld daran ist, missbraucht worden zu sein. Nun erwägt sie, ihren Verwandten zu konfrontieren, und erzählt mutig ihre Geschichte, um andere Mädchen in ihrer Klasse zu warnen.

Einige Wochen später kamen vier ihrer Klassenkameradinnen in den Beratungsraum – wie Lilli es ihnen empfohlen hatte.

Autor: Jochen Fiebrantz

Gib mir die Sicherheit, dass alles gut wird, dass freche Menschen mich nicht länger quälen! Psalm 119,121

Die Hoffnungsgeschichten in diesem Podcast wurden von Mitarbeitenden der Allianz-Mission aus 28 Ländern berichtet.

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Mehr Informationen unter allianzmission.de

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